9. April 2020
von Axel G. Guenther
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DORFLADEN in Leistadt – Ein Neubeginn

Seit dem 01. September 2019 gibt es den Anfang eines Dorfladens in Leistadt, den es eigentlich schon viel länger gab. Früher gab es mehrere Geschäfte in Leistadt, Bäcker, Kolonialwaren, Metzger, zwei Banken, mehrere Gasthäuser.

Dieses Früher ist erst etwa dreißig Jahre her. Dann hat der allgemeine Siegeszug der Discounter auch vor Leistadt nicht Halt gemacht. Dann war irgendwann nur noch ein kleiner Bäckerladen als Verkaufsstelle übrig und tat sich schwer. Auch er war nicht mehr rentabel. Es gab verschiedene Versuche, das Geschäft weiter zu betreiben, die Inhaber wechselten. Zuletzt hat die Eigentümerin des Hauses, in dem der kleine Laden untergebracht war, selbst hinter der Theke gestanden, daneben sich um ihre Familie gekümmert und die erkrankte Mutter. Dann hing im Juni 2019 ein Zettel in der Tür: Am 31.August 2019 schließt der Laden. Das wäre das „Aus“ für das letzte kleine Geschäft in Leistadt gewesen. Der Ortsvorsteher rief die Bürger zu einer Rettungsaktion auf.

„Die Idee“: Mit einem „Dorfgemeinschaftsunternehmen“ soll der weitere Bestand eines Ladens für die Grundversorgung gesichert werden und das soll als Ausgangspunkt für einen Dorfladen genutzt werden, der den Ort mit einem erweiterten Grundsortiment künftig versorgen soll. Da eine  betriebswirtschaftliche Rendite nicht zu erwarten war, sollte eine „soziale Rendite“ in den Vordergrund treten.

Ein gemeinwirtschaftliches Projekt wurde damit angestoßen. Bei einer ersten Versammlung im Rathaus wurde die Idee erläutert und es meldeten sich einige Bürger, die bereit waren, mitzumachen und eine Kapitaleinlage und ihren persönlichen Einsatz aufzubringen. Es wurde eine „Unternehmergesellschaft“ (UG haftungsbeschränkt), also eine sog. „kleine GmbH“ gegründet, an der sich weitere Bürger als „stille Gesellschafter“ beteiligen sollten und für das gesamte Unternehmen wurden die Grundsätze eines genossenschaftlichen Prinzips vereinbart: Jeder Gesellschafter hat gleiches Gewicht (one man, one vote). In kurzer Zeit waren über 50 Bürger aus Leistadt bereit, sich mit einer Kapitaleinlage von 300, 500, oder 1.000 Euro an dem Dorfgemeinschaftsunternehmen zu beteiligen und alle wussten, dass das eine Risikoanlage ist, aber eine für den guten Zweck der Grundversorgung des Ortes.


Es wurde ein kleines, ehrenamtliches Management-Team gebildet, das aus unternehmerisch erfahrenen Bürgern bestand und es wurde das Personal gesucht, das in wechselnden Schichten als sog. Geringverdiener den Laden mit täglichem Arbeitseinsatz seit 01. September 2019 betreibt.

Es schloss sich eine Erfahrung für alle an, mit der so keiner gerechnet hatte: Es ist ungemein anstrengend. Sowohl für das ehrenamtliche „Management“, als auch für die nur knapp über Mindestlohn vergüteten Mitarbeiter im Laden. Alle leisten seither mit großem Enthusiasmus viel. Viel mehr, als man von außen glaubt, wenn man nicht weiß, was alles bedacht und erledigt werden muss.

Die Mitarbeiter des Ladenteams stehen mit ihren wechselnden Tagesschichten morgens ab 5.00 Uhr im Laden. Dann gilt es, die pünktlich angelieferten Brote und Brötchen aus der Frankenthaler Stadtbäckerei in die Regale einzusortieren und gleichzeitig Backwaren aus Teiglingen selbst auszubacken, die also vor Ort frisch zubereitet werden, wie zum Beispiel Laugenstangen und Laugencroissants. Um 6:00 Uhr wird der Laden geöffnet und es strömt von Anfang an die Kundschaft. Pünktlich muss die Computerkasse für den Tag mit geprüftem Wechselgeldbestand eröffnet werden und vorbestellte Waren werden in Tüten abgepackt.

Gleich zu Anfang wurde der Laden „digitalisiert“. Eine Computerkasse ermöglicht umfangreiche Auswertungen, aus denen das Managementteam die Daten für die Steuerungsentscheidungen gewinnt. Was wird wann gekauft, wieviel Vorräte sind noch vorhanden, was muss wann bestellt werden; das sind Fragen und Antworten, die für den Betrieb unerlässlich sind. Jeden Tag lernen die Aktiven dazu und können so „Schritt für Schritt“ den Laden in Richtung Erfolg führen. Der Erfolg ist schwer.

Es konnte nicht von Anfang an „Kostendeckung“ erreicht werden. Das Ideal ist, dass man genau die Brote und Brötchen verkauft, die man für den Tag geplant und bestellt hat. Aber ein Kunde, der kurz vor Ladenschluss noch kommt, möchte die volle Auswahl haben. Was übrigbleibt, ist Verlust, denn der Rest muss bezahlt, kann aber nicht mehr verkauft werden. Ladenbetreiber und Kunden müssen hier gemeinsam etwas über Nachhaltigkeit lernen.

Für Leistadt ist der Laden schon jetzt ein Erfolg. Er wird gut von der Bevölkerung angenommen, die froh ist, sich vor Ort mit Brot, Brötchen, Kuchen und Artikeln des Grundbedarfs wie Eier, Milch, Butter, Wurst versorgen zu können. Außerdem gibt es ein vielseitiges Weinsortiment der Leistadter Winzer zu „ab-Hof-Preisen“ und haltbare Lebensmittel wie Reis und Hülsenfrüchte, Konserven, Mehl und vieles mehr. Momentan sind um die 400 Artikel in dem kleinen Geschäft gelistet und fast täglich werden es mehr.

Das Dorfgemeinschaftsunternehmen blickt mit Hoffnung in die Zukunft und freut sich auf die weitere Entwicklung des Dorfladens in Leistadt. Der ist längst wieder ein Stück des Dorflebens.

13. März 2020
von Axel G. Guenther
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Absage Stabaus-Fest in Leistadt am 22. März 2020

Ortsvorsteher LeistadtMit großem Bedauern haben sich der Gemeinschaftskindergarten und der Ortsvorsteher von Leistadt entschieden, das für Sonntag, den 22.03.2020 als Dorffest geplante Stabaus abzusagen.

Damit soll nicht zu einer Verunsicherung beigetragen, sondern zum Ausdruck gebracht werden, dass derzeit solche Veranstaltungen, die nicht zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens notwendig sind und bei denen das Risiko von Infektionsübertragungen nicht ausgeschlossen werden kann, sinnvoller Weise als Beitrag zum Gemeinwohl nicht durchgeführt werden sollten.

Leistadt wollte das traditionelle Stabaus-Fest als unbeschwertes Dorffest begehen und das geht angesichts der allgemeinen Situation und Sorgen nicht mehr. Wir wollen die Kinder, die im Mittelpunkt des Festes stehen und ihre Eltern und Großeltern sowie die Dorfgemeinschaft keiner unnötigen Gefahr aussetzen. Es geht dabei nicht um die Frage, ob eine konkrete Gefahr besteht; das wissen wir alle nicht. Wir verstehen die Absage deshalb vor allem als Beitrag zum allgemeinen Bewusstsein, sich möglichst verantwortlich in der nächsten Zeit mit sozialen Zusammenkünften zu verhalten, um damit beizutragen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Wir werden die ganze schöne Vorbereitungsarbeit für das Stabaus-Fest auf das nächste Jahr vortragen und hoffen, dass wir dann so schön miteinander feiern können, wie wir uns das in diesem Jahr vorgestellt haben.

Mit besten Grüßen

Axel G. Günther
Ortsvorsteher von Leistadt in Bad Dürkheim

10. März 2020
von Olaf Kauhs
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Stabaus-Fest – Leistadter Dorfgemeinschaftsfest im Frühling

In diesem Jahr soll das Stabaus-Fest wieder als Fest des ganzen Ortes zusammen mit dem Gemeinschaftskindergarten Leistadt (dessen Eltern, Kindern und Erzieherinnen) begangen werden.

Mit Musik, Frühjahrsliedern und solchen zur Winteraustreibung, mit einem Umzug durch den Ort, der Verbrennung des von Eltern des Kindergartens gebauten Schneemanns (aus Stroh und Papier) und mit gemütlichem Beisammensein.

Leistadt Stabaus-Fest

Auf dem Kerweplatz werden dafür Imbiss- und Getränkebuden aufgebaut, die Kinder proben schon fleißig ihre Lieder und die Beteiligten legen sich zur Vorbereitung mächtig ins Zeug.

Alle, die meinen: „früher war alles besser“ können erleben, wie schön es in diesem Jahr wird. Natürlich hoffen wir auch auf schönes Wetter, dann schmeckt die erste Bratwurst zur ersten Schorle des Jahres schließlich am besten. Es gibt Kaffee, Kuchen, Pizza, Baguette, Bratwurst im Brötchen, Säfte, Weinschorle und selbstverständlich auch alkoholfreie Getränke.

Mit der Begrüßung des Frühlings und der Winteraustreibung feiern wir unser erstes Fest der Dorfgemeinschaft im Freien.

In diesem Jahr wird der Stabaus-Umzug wieder über die Waldstraße und die Hauptstraße verlaufen und am Brandweiher führt der Weg zurück zum Kerweplatz, wo symbolisch der Schneemann verbrannt wird.

Feiern wir also gemeinsam ein schönes Fest!

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10. März 2020
von Axel G. Guenther
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Verkehrsbelastung nördliche Weinstraßenregion/B271 – Ortsvorsteher Günther erteilt der Initiative aus Herxheim und Kallstadt eine Absage

Seit fast dreißig Jahren wird in der nördlichen Weinstraßenregion zwischen Bad Dürkheim und Grünstadt kontrovers darüber diskutiert, auf welche Weise die dringend als erforderlich wahrgenommene Verkehrsentlastung herbeigeführt werden sollte. Im Jahr 1994 wurde erstmals eine Trassenführung für eine neue B271 durch das Land Rheinland-Pfalz festgelegt. Diese sah ausgehend vom Dürkheimer Gewerbegebiet Bruch, wo der südliche Abschnitt der B271(neu) zwischen Neustadt an der Weinstraße und Bad Dürkheim endet, eine westliche Streckenführung vor, bei der insbesondere die Orte Herxheim und Kirchheim im Westen umfahren werden sollten. Dagegen organisierte sich eine Bürgerinitiative, die eine östliche Trassenführung befürwortete. Seitdem stehen die Befürworter der Ostvariante in einer heftigen Opposition zu der seit 2015 im Bundesverkehrswegeplan aufgenommenen Westvariante. Die Auseinandersetzung wurde dabei zusehend heftig geführt und entzweite Teile der Bevölkerung in der Region durch massive Polarisierung. Die westliche Umfahrung von Kirchheim ist mittlerweile bereits fertiggestellt und entlastet diesen Weinstraßenort vom Durchgangsverkehr.

Zweimal wurde durch das Land Rheinland-Pfalz eine Überprüfung der Trassenführung vorgenommen; jedes Mal wurde dabei im Ergebnis der Westvariante der Vorzug gegeben. In Bad Dürkheim hat der Stadtrat wiederholt einstimmig sich für die Westtrasse ausgesprochen. Ebenso haben die Ortsbeiräte von Ungstein und Leistadt sich wiederholt für eine rasche Verwirklichung der Westvariante ausgesprochen. Zuletzt haben die Ortsbeiräte von Leistadt und Ungstein sich in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bau- und Entwicklungsausschuss des Stadtrates von Bad Dürkheim am 26.09.2019 einstimmig für eine rasche Verwirklichung des Ausbaus der Westvariante erklärt. Die Dürkheimer Ortsteile sehen in einer raschen Verwirklichung der Westvariante die dringende Voraussetzung, um ihre Ortsteile vom Durchgangsverkehr zu entlasten und die Ortsteile zukunftsfähig zu entwickeln.

Anders sieht die Situation im Gemeinderat von Herxheim am Berg aus. Zwar spricht sich dort der Ortsbürgermeister Georg Welker mittlerweile dafür aus, die Westvariante als unumgänglich hinzunehmen und im Interesse des Ortes aus dieser Tatsache durch eine aktive Planungsbeteiligung das Beste zu machen. Aber im Gemeinderat von Herxheim haben die Befürworter der Ostvariante offenbar weiterhin die Mehrheit, auch wenn die vom Ortsbürgermeister angeführte Liste aus den Kommunalwahlen als stärkste Gruppe hervorging. In einer Gemeinderatssitzung im Februar 2020, als der Ortsbürgermeister von Herxheim am Berg darüber beraten und beschließen lassen wollte, eine Bürgerbefragung durchzuführen, beschlossen die Gemeinderäte mehrheitlich stattdessen, sich weiterhin als Gemeinde für die Ostvariante auszusprechen, ohne eine Bürgerbefragung durchzuführen.

Treibende Kraft war dabei die in Kallstadt und Ungstein gebildete kommunalpolitische Gruppe „Bündnis lebenswerte Weinstraße“ (BLW). Im Anschluss an die Überraschungsentscheidung, die kommunalaufsichtlich beanstandet wurde, weil zu einer Änderung der Tagesordnung eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich ist, die nicht vorgelegen hatte, wandte sich das „Bündnis lebenswerte Weinstraße“ mit einem Brief an die Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher der in der Region von der Verkehrssituation betroffenen Orte mit der Anregung, diese sollten sich unter koordinierender Organisation durch das „Bündnis lebenswerte Weinstraße“ zu gemeinsamen Gesprächen über eine regionale Verkehrsplanung zusammensetzen, um auf diese Weise mehr Einfluss auf die verkehrspolitische Entwicklung zu gewinnen.

Dieser Initiative erteilte der Leistadter Ortsvorsteher Axel Günther mit einem Schreiben vom 01. März 2020 eine deutliche Absage. Darin betonte er die Wichtigkeit einer raschen Verwirklichung der Planung der westlichen Trassenführung der B271 (neu) im Interesse aller betroffenen Ortsteile, für die zudem bereits seit langem eine Plattform durch das „Forum Zukunft an der Weinstraße“ besteht. Dieses Forum hat sich in den letzten Jahren stets für den raschen Ausbau der Westvariante ausgesprochen. Außerdem legte er da, dass hinsichtlich der Trassenführung seit langem alle Argumente ausgetauscht wurden und ein sorgfältiger Abwägungsvorgang stattgefunden hat, so dass die Entscheidung für die Westtrasse, die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen ist, die demokratische Befriedungsfunktion erfüllen müsse, also in der gesamten Bevölkerung Respekt finden müsse. Statt der Feindseligkeit in der Öffentlichkeitsarbeit der sog. Ostbefürworter sei es erforderlich, zur Versöhnung zu finden, damit es lebenswert an der Weinstraße wird.

Die Schreiben, um die es geht, lesen Sie im Original hier:
Anschreiben vom „Bündnis lebenswerte Weinstraße“ an den Ortsvorsteher Leistadt
Antwort vom Ortsvorsteher Leistadt an „Bündnis lebenswerte Weinstraße“

Informationen vom Kreis Bad Dürkheim zur B271 neu:
B271 neu Verlegung zwischen Bad Dürkheim und Grünstadt

3. März 2020
von Axel G. Guenther
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Leistadter Jahreskalender für 2020

Ortsvorsteher LeistadtLiebe Leistadter und liebe Gäste von Leistadt,

wir legen hier den Leistadter Jahreskalender für 2020 vor. Er zeigt wieder, dass in unserem Dorf viel passiert und wir ein buntes Miteinander haben. Leistadt macht Spaß. Die vielen Vereine haben ein reges Leben im Dorf, bleiben nicht unter sich, sondern pflegen die Dorfgemeinschaft. Es ist ein frohes und selbstbewusstes Dorfleben.

Leistadt feiert gern, das sieht man hier. Unsere Winzer tragen mit ihren wunderbaren Weinen ganz wesentlich dazu bei, dass die Feste gelingen. Mit dem Jahresauftakt, zu dem jedes Jahr reihum ein Winzer die Weine spendet und zahlreiche Bürger für ein üppiges Buffet sorgen, über die Faschingsfeier in der Turnhalle und das Fest dort am 1. Mai, wird Leistadt erlebbar. Bei der kulinarischen Weinprobe zeigen zahlreiche Bürger, was sie am Herd leisten und die Winzer, was sie im Keller und im Wingert können. Die Kerwe ist unser Dorffest. Über hundert Bürger legen Hand an, wenn es um den Aufbau und die Durchführung geht und der Kerwe-Verein sorgt für ein vielfältiges Programm. „Die Kinder gehören in unsere Mitte“, das ist auf der Kerwe Wirklichkeit mit dem tollen Spielprogramm.

Der Einsatz der Bürger zum Aufbau eines Dorfladens verdeutlicht das Engagement für die Zukunft unseres Ortes, für ein gutes Zusammenleben der Generationen. Bringen Sie das voran mit Ihrem Einkauf. Das Dorf hat einen sehr guten Musikverein, in dem neue Mitspieler herzlich willkommen sind. Und auch der Vereinigte Sängerbund, der im Rathaus seine Proben hat, freut sich über weitere Sänger. Der Frauenbund leistet ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Mit den Seniorennachmittagen in der Turnhallenkneipe oder der Winterkneipe zeigt sich das große Interesse an Begegnung bei den Leistadtern. Unsere Landschaft mit den Naturschutzgebieten lädt zu interessanten Wanderungen ein. Die Umgebung von Leistadt gilt als besonders artenreich. Wir haben viel zu bieten und zu erleben.

Freuen Sie sich auch im Jahr 2020 an der Vielfalt von Leistadt. Das wünscht auch im Namen des Ortsbeirates

Herzlich Ihr
Axel G. Günther
Ortsvorsteher

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